The Polyversal Souls
Invisible Joy
(Philophon/Groove Attack)
Mit seinem Bruder Jan war der Münchner Schlagzeuger Max Weissenfelt einst Mitglied der Poets Of Rhythm, einer legendären Truppe, die lange vor den Amerikanern und Briten den Retrosoul-Sound erfand. Seitdem ist Weissenfeldt durch die Welt gereist, um Einflüsse aus Kulturen von Burma bis Algerien aufzufangen. Ghana war hierbei in den letzten Jahren sein bevorzugtes Reiseziel, was sich auch auf der aktuellen CD seines internationalen Kollektivs Polyversal Souls widerspiegelt. Mit Größen des Landes hat er Reggae, HipHop, Gospel und FraFra-Tradition in das patinabesetzte Bigband-Gefüge eingepasst, was wie im Opener „Yelle Be Bobre“ zu einem fantastischen Amalgam aus ruppigem Afro-Banjo, Flöten und der kehligen Stimme von Guy One, einem Griot aus Bolgatanga führt. Dazu kommen sich windende äthiopische und indische Skalen mit einer geradezu unheimlichen Färbung. Auch die jazzigen Vorbilder sind präsent: Sun Ra wird mit einem beschwörenden „Love In Outer Space“ gehuldigt und Duke Ellingtons „Race“ ist mit fantastisch schwülen Bläsern dabei. Grandios.
The Polyversal Souls feat. Guy One: „Yelle Be Bobre“
Quelle: youtube





Seinen Sohn Jeff, ähnlich tragisch ums Leben gekommen, habe ich 1995 noch gesehen. Er selbst ist heute vor 40 Jahren gestorben: In memoriam Tim Buckley, begnadeter Traumtänzer zwischen Folk und Jazz, der von sich selbst in einem Song schrieb, er sei „als blaue Melodie geboren worden“. Ausgesucht habe ich einen somnambulen Track von seinem vierten Album Blue Afternoon (1969).