Saint Quarantine #11: Multimedialer Handschuh


Der Einweghandschuh ist in diesen Tagen für viele ein unerlässliches Utensil. Dass mit einem Handschuh – in diesem Falle in in vieler Hinsicht ein „Mehrweg“-Handschuh –  aber auch multimediale Kunst kreiert werden kann, macht der Freiburger Pianist, Komponist und Arrangeur Ralf Schmid seit einiger Zeit in seinem Projekt „Pyanook“ vor.

Schmid manipuliert mit dem Datenhandschuh „mi.mu-Gloves“, den eine italienische Firma entwickelt hat, live die gerade entstehenden analogen Klänge digital durch Gesten. Als zusätzliche Dimension kommt in Schmids Performances noch eine ebenfalls mit der Musik interagierende Projektion hinzu – alles summiert sich zu einer „augmented reality“.

Wem das zu abstrahiert klingt, die und der kann während dieser Krisenzeit hier jeden Wochentag ab 20h20 auf Ralf Schmids youtube-Kabal einem zehnminütigen Stream lauschen. In seinen Liveschaltungen aus dem Homestudio legt Schmid die Handschuhe für ausgelassene Jams aber auch mal zur Seite. Im Nachklang sind die Streams dann zeitunabhängig auf Schmids verschiedenen Kanälen zu hören. Untenstehend der heutige, morgen Abend geht es weiter. Mit euren musikalischen Inputs entwickelt Ralf seine works in progress, derzeit zum Beispiel ein Stück über einem ghanaischen Groove. Danke für den Hinweis, Ralf!

Ralf Schmid – Pyanook-Livestream 06.04.2020
Quelle: youtube

„Ich bin ein ballad guy“

ivan linsWenn nach wochenlanger Konzertdürre urplötzlich an allen Orten Deutschlands gleichzeitig hörenswerte Shows über die Bühne gehen, von denen man dann zwangsläufig die Hälfte verpassen muss, kann das nur eines heißen: Der Juli steht vor der Tür. Das Stimmen-Festival Lörrach hat sich unter seinem neuen künstlerischen Leiter Markus Muffler erkennbar von der Musik aus aller Welt abgewandt. Trotzdem präsentiert man im Dreiländereck einige Programmpunkte, die sich wohltuend vom üblichen Festivalbetrieb abheben.

Dazu gehört in allererster Linie der Auftakt am 2.7. mit Ivan Lins, einem der größten Songwriter der Welt (sorry, schon wieder so ein Superlativ, aber ich bin mit dieser Meinung nicht allein). Der Lokalkolorit-Clou: Lins hat auf seiner CD „Cornucopia“ mit dem brasilophilen Freiburger Musikprofessor Ralf Schmid und der SWR Big Band kollaboriert. Was es damit auf sich hat, im nachfolgenden Interview, das ich mit Lins geführt habe, als der völlig überraschend 2011 in Freiburg eintrudelte.

Und an dieser Stelle noch etwas verspätet:
Bom aniversário, Ivan!
Der Mann ist vorgestern unfassbare 70 geworden.
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Freiburg – Bloemfontein – NY

ralf schmid daniel hope

Ralf Schmid & Daniel Hope
A Distant Drum

Zu einer spannenden Zusammenarbeit treffen sich ab kommenden Mittwoch der Freiburger Jazzprofessor Ralf Schmid und der Weltklasseviolinist Daniel Hope. Schmid hat zu einem Libretto von Hopes Vater Christopher eine Partitur für ein Musiktheater geschrieben, das nach Proben und Vorpremiere im südafrikanischen Bloemfontein am 28.10. in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt wird. Im Zweipersonen-Stück geht es um das Schicksal des Journalisten Nat Nakasa, der wie Christopher Hope während der Zeit der Apartheid seine Heimat verlassen musste. Regie führt der bekannte Schauspieler Jerry Mofokeng. Schmids Komposition für das fünfköpfige Ensemble umfasst klassische Themen, jazzige Improvisation und das Spiel mit Versatzstücken südafrikanischer Chor-Traditionen. Im Ensemble kann er neben Daniel Hope auf den Cellisten Vincent Ségal und den Schlagzeuger Jason Marsalis bauen.