Clément Janinet
Garden Of Silences
(BMC Records/Galileo)
Was für ein wunderbarer Albumtitel – und er umreißt das, was hier passiert in schöner, poetischer Weise. Das Album des Komponisten und Geigers Clément Janinet, siedelt in einem Zwischenreich von mediterranen Traditionen, Alter Musik und Jazz. Die Violine begibt sich in Quartett-Dialoge mit Trompete (Arve Henriksen), Akkordeon (Ambre Vuillermoz) und Bass (Robert Lucaciu). Eine alte, modale Melodie schimmert in „Tranformations“ durch das wie Espenlaub vibrierende Ensemble, feurig-balkanesk steigt die Geige empor, triumphal begehrt die Trompete auf.
Getragen von ihrem weihevollen Ton ist auch der „Song For Madeleine“, an den Janinet eine still glühende Impro anschließt. Konkrete Bezüge gibt es zum Barock, wenn sich das Quartett – allerdings mal frei schwebend, mal mit geräuschhaftem Intro – auf Schleichpfaden an Themen von Buxtehude und Dowland annähert. Extrem zerbrechliche Miniaturen sind die stillen Hymnen „In The Head“ und das intime „Lola“, in der Henriksen sein Instrument das Weinen lehrt. Man könnte diese Scheibe tatsächlich als Lehrgang in Zärtlichkeit beschreiben.
© Stefan Franzen