Listenreich I: 25 Songs für 2025

Cantares Do Andarilho (Portugal/Mosambik/Angola/Azoren/Asturien): „Venham Mais Cinco“
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Carminho (Portugal): „Canção À Ausente“
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Eishan Ensemble (Australien/Iran): „Nim Dong“
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ELSA (Österreich): „Courage“
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Piers Faccini & Ballaké Sissoko (UK/Mali): „Shadows Are“
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Ganna (Ukraine/Deutschland): „Kupala“
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Garden Of Silence (Schweden/Schweiz/Iran/Deutschland/Ägypten): „Neither You Nor I“
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Yumi Ito (Japan/Polen/Schweiz): „What Seems To Be“ (piano version)
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Marcos Jobim (Brasilien): „Silêncio“
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Misagh Joolaee & Bakr Khleifi (Iran/Palästina/Deutschland): „Az Bahar“
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Kokoroko (UK): „Ti-de“
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Dafné Kritharas (Griechenland/Frankreich): „XAPA“
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Ledisi (USA): „BLKWMN“
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Awa Ly (Frankreich/Senegal): „Breathe In, Breathe Out“
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Maxjoseph (Deutschland): „Samt“
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Nusantara Beat (Indonesien/Niederlande): „Tamat“
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Sílvia Pérez Cruz & Salvador Sobral (Katalonien/Portugal): „Ben Poca Cosa Tens“
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Céline Rudolph, Henrique Gomide, João Nogueira (Deutschland/Brasilien): „Embaixo Da Imensidão“
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Matthieu & Camille Saglio (Spanien/Frankreich): „Iberian Ballad“
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Tania Saleh (Libanon): „Qul“
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Noura Mint Seymali (Mauretanien): „Guéreh“
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Mavis Staples (USA): „Anthem“
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Simin Tander (Deutschland): „Nursling Of The Sky“
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Tribeqa (Frankreich): „Respire“
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uKanDanZ (Äthiopien/Frankreich): „War Pigs“
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Glühender Klangsturm

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Noura Mint Seymali
Arbina
(Glitterbeat/Indigo)

Guten Gewissens lässt sich sagen, dass die Frauenstimmen Mauretaniens die eindringlichsten aus dem ganzen Universum der Wüstenrock-Sounds sind. Auf ihrem zweiten internationalen Release entfesselt die Sängerin aus Nouakchott einen glühenden Sandsturm, der sich noch grobkörniger aufschwingt als zuvor. In den atemberaubenden, meckernden Vokalmelismen stecken dabei sehr alltagsnahe Texte über Brustkrebsvorsorge, dann aber auch philosophische Betrachtungen über göttliche Fügung. Unter den gitarristischen Widerhaken und der ruppigen Harfe windet sich ein abgründiger Bass in die Eingeweide, mal wird mit kantigen Tempowechseln gearbeitet, mal wird mit dubbiger, aber nie davondriftender Auffächerung der Horizont geweitet. Für diesen Rock braucht es keine Kasbah, nur den weiten Wüstenhimmel.

Noura Mint Seymali: „Na Sane“
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TFF-Vorfreude #1

noura mint seymaliDas TFF Rudolstadt ist eines der ganz wenigen Festivals, die noch konsequent die globale Musikvielfalt präsentieren, nachdem viele andere Veranstalter in unseren Breiten und Längen immer mehr auf die anglo-amerikanische Konsensschiene einschwenken (oder schon immer auf ihr gefahren sind). Die so oft beschworene Interkulturalität Deutschlands, auf den Bühnen muss man sie mit der Lupe suchen. Umso mehr freue ich mich, dass es in knapp zwei Wochen an der Saale wieder losgeht, auch wenn ich 7 Stunden Anfahrt habe. Nur im thüringischen Städtchen lassen sich zum Beispiel Künstler wie die Mauretanierin Noura Mint Seymali erleben, mit der das Label Glitterbeat seine Vorliebe für Sounds aus dem Trockengürtel Westafrika untermauert. Seymali ist die Stieftochter der großen Dame der mauretanischen Musik, Dimi Mint Abba. Auf ihrem Album „Tzenni“ werden die traditionelle Stegharfe Ardine und Spießlaute Tidinit in ein kompaktes Rocksetting gefügt, das dank der E-Gitarre vom Gatten Jeiche Ould Chighaly auch mal psychedelisch werden kann – und überraschenderweise entfaltet die melismatisch verschlungene Vokalarbeit der Frontfrau dadurch noch mehr ungezähmte Flugkraft. Allein für dieses Konzert lohnt sich die Fahrt.

Noura Mint Seymali: „Tzenni“
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