Zweiter Tag beim Festival von Essaouira.
Ist das die mächtigste Musik des Planeten? Der Gesang der Gnawa donnert über den großen Platz Moulay Hassan dem braunen Meer entgegen, unterfüttert vom bassigen Knacken der Guembri-Laute und den züngelnden Metallschalen.
Bisher habe ich nur im Qawwali der pakistanischen Sufi (und auch die Gnawa-Bruderschaften können zu den Sufi gezählt werden) und im Gospel eine ähnliche, unentrinnbare, beseelende Wirkung entdeckt.
Nach sechs Jahren heute auch ein Wiedersehen mit Tony Allen, dem – meiner bescheidenen Meinung nach – immer noch besten Drummer der Welt.
Auch er versichert im Interview, dass er ein großer Anhänger der Gnawa-Musik ist, beweist es auf der Bühne in Fusion mit der Gruppe von Mohamed Koyou.
Und zwischen all dem Festivalgetriebe:
Das Freitagsgebet in der zentralen Moschee, dessen Suren die Gnawa-Melodien umspielen – oder umgekehrt, ganz nach Hörweise.
alle Fotos © Stefan Franzen