Avantgarde im barocken Park

Foto: Elise Malterre

Sudan Archives
Festival Stimmen, Reithalle Riehen/CH, 18.07.2019

„Reingefiedelt“ habe sich Sudan Archives in die alternative Musikszene, spöttelte die Musikzeitschrift Spex, als es sie noch gab. An der 24-Jährigen aus Ohio mit Wohnsitz L.A. scheiden sich zuweilen die Geister. Die Geige als Hauptinstrument in der elektronischen Musik, zudem eine ruppig und kratzig behandelte – das sorgt nicht nur für Begeisterung, erinnert manche an ihre verzweifelten Versuche auf der Musikschule, andere wittern wurzelige Folk-Tümelei. Doch Sudan Archives bricht mit Violinen-Klischees: Im Alleingang baut sie um ihr Instrument fantastische Soundscapes, die sich zwischen futuristischem R&B, Neo-Soul und Electro-Performance einpendeln. Afrikas urtümliche Streichfiedeln haben ihr anfänglich den Kick gegeben.

Man konnte sich fragen, warum die Stimmen-Verantwortlichen den progressivsten Act ihres diesjährigen Programms ausgerechnet in den „konservativsten“ Spielort setzten. Deutlich sichtbarer Effekt schon vor dem Gebäude: Etliche junge Leute hat es in den barocken Park gezogen. Und der Clash zu Beginn der Show macht Spaß: hier der großbürgerliche Wohnzimmer-Charme des Bühnenhintergrundes, dort die Avantgarde-Künstlerin, die im kirschroten Umhang an eine Wüstenprinzessin erinnert und spröde Pizzicato-Phrasen schichtet. Ganz so, als wolle sie erst mal vorsichtig unter ihrer Kapuze die Stimmung in diesem wunderlichen Saal antesten. Das Pferdehaar ihres Geigenbogens – zunächst die einzige Verbindung zur Gestüt-Atmosphäre. Die abwartende, gespannte Haltung auf beiden Seiten – sie sorgt für fast hörbares Knistern.

Dann ist die Kennenlernphase vorbei, und Sudan Archives, einst mit stolzer Afromähne als Markenzeichen, gibt sich mit seitlich rasiertem Pony und Pferdeschwanz zu erkennen. Von ihrem Roland SP-404-Sampler lässt sie monströse House-Rhythmen in die Halle knallen, zu den gezupften Linien treten langgezogene, heulende Glissandi, die sich in ihrem Fluss aneinander reiben. Mit Fingern und Knöcheln bearbeitet wird der Geigenkorpus außerdem zur Perkussionsfläche, verzahnt sich mit den programmierten schmatzenden, schabenden und klackernden Rhythmusfragmenten, die auch mal tönen, als klatsche man mit der hohlen Hand auf Wasser. Diese Patchwork-Konstrukte aus Programmiertem und live Gespieltem, gelegentlich mit abrupten Taktwechseln versehen, besitzen schon so viel Räumlichkeit in sich selbst, dass die hallige Akustik des Saals stellenweise störend wirken kann.

Auch ihre Stimme, weder soulig noch virtuos, muss sich vorarbeiten, und als sie das schafft, erkennt man in ihrem lakonischen, fast sprechenden Ton tatsächlich Anleihen an Neo-Soulqueen Erykah Badu, mit der sie oft verglichen wird. Die dicht gepackten schweifenden Chöre erinnern phasenweise an den seligen Prince. Nicht so ganz passt die ebenfalls öfters gezogene Parallele zu Laurie Anderson: Viel weniger akademisch ist Sudan Archives Musik, viel mehr um einfache melodische Floskeln kreisend und auf afrikanische Archaik verweisend. Bilder von einem Kamelritt der Nomaden entstehen in einem gemächlicheren Moment, auch fernöstliche Tupfer blitzen auf – nie geographisch konkret, diese Frau entwirft ihre eigene Landkarte. Und wie um sich über Virtuosität zu mokieren, schiebt sie mit fliegendem Bogen plötzlich ein rasantes „Orange Blossom Special“ ein, halsbrecherischer Klassiker der Country-Fiddle.

Sudan Archives, die sich auch als Visual Artist sieht und grandiose Videoclips zu ihren Stücken dreht, geht mit Effekthascherei fürs Auge auf der Bühne eher sparsam um: Nur kurz wird der Geigenbogen mal zum Laserschwert, mal tanzt sie für einen Moment als Ballerina im Kreis, pflückt dann aus der Girlande am Mikroständer eine Blume fürs Publikum heraus. Man muss keine feinen Antennen haben, um recht bald zu spüren: Das Experiment glückt. Diese manchmal noch unausgegorene und leicht überfrachtete, aber oft verblüffende Electro-Spielwiese läuft im eher braven Setting, der überwiegende Teil des Publikums lässt sich mitreißen, den Ausgang suchen nur Einige, verschreckt von Lautstärke und technoidem Gestus. Ja, Vieles ist programmiert. Ja, Vieles wird geloopt: Doch die Interaktion zwischen Maschinen und alleiniger Akteurin lehnt sich nie bequem ins Vorfabrizierte zurück, Sudan Archives hält sie immer lebendig. In die langweiligen Drei-Akkorde-Gitarrenmädchen und die Gutelaune-Combos, die den Festivalsommer bevölkern, hat diese junge Frau eine frische, aufregende, wagemutige Schneise gepflügt.

© Stefan Franzen
erschienen in der Badischen Zeitung Lörrach, Ausgabe 20.07.2019

Sudan Archives: The Electric-Soul Artist Reimagining The Violin
Quelle: youtube

Moonwalk IV

Himmelskörpern hat er im Laufe seiner Karriere mehrere Canções gewidmet, die bekannteste ist sicherlich seine Hymne auf den blauen Planeten, „Terra“. An Zärtlichkeit steht dieses Mondlied aus der Feder des wohl größten MPB-Sängers seinem Erdengesang nicht nach, obwohl es mit der unruhigen Percussion und der glimmenden Orgel gleichzeitig einen typisch experimentellen Flickenteppich-Charakter hat, wie ihn die Tropikalisten liebten. „Lua Lua Lua Lua“ stammt aus Caetano Velosos Album Jóia von 1975, eine intensive, höchst kreative Schaffensphase für ihn auf dem Höhepunkt der brasilianischen Militärdiktatur.

Caetano Veloso (Brasilien): „Lua Lua Lua Lua“
Quelle: youtube

Moonwalk III

Alena Murang ist eine Musikerin und kulturelle Aktivistin aus dem malayischen Sarawak im Nordwesten der Insel Borneo. Murang hat Vorfahren im Volk der Kelabit und hat sich zum Ziel gesetzt, deren Erbe lebendig zu halten. Eines ihrer Instrumente ist die Sape-Laute, auf der sie hier ein Nachtlied singt. Der Mond bescheint diese Szenerie, bei der Freunde zusammenkommen, und in der zweiten Hälfte wird auf die Verletzlichkeit der Natur aufmerksam gemacht, die allen gehört. Alena Murang gehört außerdem dem Kollektiv Small Island Big Song an, über das es hier demnächst einen ausführlichen Eintrag geben wird.

Alena Murang (Malaysia): „Pemung Jae“
Quelle: youtube

Pionier der Integration

Wenn heute von der „Regenbogennation“ Südafrika die Rede ist, spricht die Realität auch 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid eine andere Sprache. Immerhin einen gesellschaftlichen Bereich gibt es, in dem das friedliche Miteinander annäherungsweise umgesetzt werden konnte – in der Musik. Einem Mann ist der mutige Anstoß für diese Entwicklung zu verdanken: Johnny Clegg, Vorkämpfer für die Aufhebung rassistischer Schranken in der Musikszene, ist am 16.7. im Alter von 66 Jahren in Johannesburg an einem Krebsleiden gestorben. Was er seit den 1970ern an integrativer Arbeit geleistet hat, lässt sich heute kaum noch ermessen.

Als der Sohn eines Engländers und einer simbabwischen Jazzsängerin mit den Klängen der Zulu-Wanderarbeiter in Kontakt kommt, stellen sich für ihn die Weichen der Zukunft. Er lässt sich bei ihnen unterrichten, im Gesang, Gitarrenspiel und Tanz, an der Wits University vertieft er seine Studien in der Zulu-Kultur. Schicksalshaft wird die Begegnung mit dem Straßenmusiker Sipho Mchunu – als die beiden durch Kirchen, Hostels und Universitäten touren, fordern sie das Apartheid-Regime heraus: Ein schwarzer und ein weißer Musiker zusammen auf der Bühne? Streng verboten, Schikanierung und Haft sind die Folge. Schließlich heben die beiden die Band Juluka (Zulu für „Schweiß“) aus der Taufe, die mit „Universal Men“ 1979 ein erstes Album veröffentlicht. Zensiert von den südafrikanischen Medien ist der Erfolg vor allem in Frankreich riesig. Es ist der Hit „Scatterlings Of Africa“ („die Verstreuten Afrikas“), der ihrem Mix aus Zulu-Tradition und Pop den weltweiten Durchbruch beschert. In den Versen erinnert Clegg daran, dass wir alle ein afrikanisches Erbe in uns tragen, uns vom schwarzen Kontinent aus auf den Weg gemacht haben. Wir alle sind Verstreute, Flüchtlinge – eine Aussage, die brennende Aktualität besitzt.

Nach dem Ausstieg von Mchunu bündelt Clegg seine Kreativität in einer zweiten Band namens Savuka (deutsch: „Wir sind erwacht“). Auch diese Formation hat einen Welthit: „Asimbonanga“ ehrt 1987 den immer noch inhaftierten Nelson Mandela mit der wiederkehrenden Zeile: „Wir haben ihn nie gesehen.“ Auch nach der Wende in Südafrika und der Auflösung Savukas bleibt Cleggs Engagement für Gleichheit nötig, in und jenseits der Musik. Der „weiße Zulu“ ist gegangen. Als Botschaft hinterlässt er, dass Integration eine immerwährende Verpflichtung ist – nicht nur in Südafrika.

© Stefan Franzen

Johnny Clegg & Juluka: „Scatterlings Of Africa“
Quelle: youtube

Moonwalk II

Teil 2 der Mond-Serie führt uns nach Finnland. Dort wird ein Tango getanzt, der so gänzlich verschieden ist von dem in Argentinien – doch der Mond, der dort den klingenden Namen „kuu“ trägt,  ist immer wieder gerne Thema, sogar überproportional oft. Was ein wenig wundert, denn die Mondscheinnächte sind ja zumindest während einiger Wochen durch die Mitternachtssonne eliminiert. Der König des finnischen Tangogesangs ist Olavi Virta, der hier – mehr im Schlager- als im Tango-Setting – davon singt, dass der silberne Mond in einer Sehnsuchtsnacht eine Brücke zum Meer baut.

Olavi Virta (Finnland): „Hopeinen Kuu“
Quelle: youtube

Moonwalk I

Heute vor 50 Jahren hob die Trägerrrakete Saturn V ab, um erstmals Menschen auf den Mond zu bringen.

Der von Neil Armstrong vorhergesagte „big leap for mankind“ ist leider ausgeblieben, mit jedem Schritt vorwärts sind wir als Menschheit wieder viele kleine Schritte zurückgegangen.

Ich nehme die neuntägige Apollo 11-Mission zum Anlass, die Perspektive von den „global players“ abzuwenden, hin zu Denjenigen, die den Erdtrabanten mit ihrer poetischen Kraft geehrt haben. Jeden Tag bis zum 24. Juli gibt es ein neues Mondlied.

Den Anfang macht heute, am Tag einer partiellen Mondfinsternis über Deutschland, die spanische Sängerin äquatorialguineischer Herkunft: Concha Buika. 2009 hat sie mit dem kubanischen Pianisten Chucho Valdés ein Album mit melancholischen mexikanischen Liedern zu Ehren der Diva Chavela Vargas aufgenommen. „Luz De Luna“ stammt aus der Feder des Komponisten Alvaro Carrillo: „Ich möchte Mondlicht haben“, heißt es in den Versen, “ für meine traurigen Nächte, damit ich in göttlicher Weise die Illusion spüren kann, die du mir genommen hast.“

Concha Buika & Chucho Valdes (Spanien/Kuba): „Luz De Luna“
Quelle: youtube

Rudolstadt-Nachlese in Bildern III: Der Sonntag

Seun Kuti & Egypt ’80

Seun Kuti

BaoBao Chen, Charles Maimarosia und Tim Cole von Small Island Big Song mit dem Autor

Quiana Parler von Ranky Tanky (USA)

Ivan Vilela (Brasilien)

Kazachya Sprava (Russland)

Margo Timmins von den Cowboy Junkies (Kanada)
(alle Fotos: Stefan Franzen)

Rudolstadt-Nachlese in Bildern II: Der Samstag

Der Maori-Musiker Jerome Kavanagh (Small Island Big Song)

Small Island Big Song

Yoyo Tuki (Rapa Nui – Osterinsel) & Charles Maimaroisa (Salomonen-Inseln) von Small Island Big Song

Alena Murang aus Sarawak, Borneo an der Sape-Laute (Small Island Big Song)

Die indigene Musikerin Ado Kaliting Panical vom Volk der Pangcah aus Taiwan (Small Island Big Song)

BraAgas (Mähren)

 Monica Njava von Toko Telo (Madagaskar)

 Hudaki Village Band (Ukraine)

Luedji Luna (Bahia, Brasilien)
alle Fotos: Stefan Franzen

Rudolstadt-Nachlese in Bildern I: Der Freitag

Soweto Soul (Südafrika)

Die 29. Ausgabe des Rudolstadt Festivals stand im Zeichen des Iran,
der pazifischen Kultur der Austronesier und vieler Highlights von Brasilien bis Russland.

Ein dreiteiliger Streifzug in Bildern.
(alle Fotos: Stefan Franzen)

 

Ali Ghamsari (Iran)

Ayça Miraç Quartett (Türkei-Lasistan-Deutschland)

Hamnava Ensemble (Iran)

Tribute to Márkos Vamvakáris (Griechenland)

Stiller Meister der Flausen – João Gilberto ist gegangen


Es war im Juli 2003, ein glühend heißer Sonntag am Genfer See, und das Montreux Jazz Festival hatte einen fast unwirklichen Gast. Wenig bis nichts hatte man von ihm gehört seit etlichen Jahren, doch da saß er tatsächlich auf der Bühne des Auditorium Stravinski, mit dicker Brille, Anzug und seiner Gitarre, die nur er so spielen konnte. Und uns war klar, dass wir zu den wenigen Auserwählten gehörten, die ihn in seiner zweiten Lebenshälfte hören durften mit seiner näselnden Stimme, die wie das Säuseln des Windes an einem ruhigen Strandabend in Ipanema klang, ein Abend, wie es ihn noch gab, als er seine Sechssaitige nach Rio brachte.

Vielleicht ist es die sanfteste Revolution der Musikgeschichte, die João Gilberto Prado Pereira de Oliveira 1958 losgetreten hat. Als erfolgloser Bohèmien lebt der krausköpfige Bursche mit den treuherzigen Augen in Rio zunächst jahrelang in den Tag hinein, mit seiner Gitarre war er aus Bahia gekommen, um am Zuckerhut das Glück zu suchen. Doch er verschwindet zunächst wieder ins Hinterland, nach Diamantina zu seiner Schwester, wo er an einer neuen Erfindung tüftelt. Und diese Erfindung macht ihn zum Tagesgespräch: In besessenen Monaten des Gitarrenübens auf einem winzigen Klo – des guten Echos wegen – entwickelt er eine verzögerte Phrasierung zwischen Instrument und Stimme, komplexe Harmonien und zarte, fast gesprochene Lautmalerei wie in seinen frühen Songs „Hô-bá-lá-lá“ und „Bim Bom“. Und irgendwie gelingt es ihm, das perkussive, erdige Flechtwerk des Sambas auf sechs Saiten zu einem Swing der mühelosen Schönheit zu bündeln. Die er seitdem immer weiter perfektioniert.

Sie wird die Formel der Jugend: Seinem neuen Gitarrenbeat, der bald Bossa Nova genannt wird (wörtlich etwa: „neue Flause“), verfallen in Rio die Söhne und Töchter der Bourgeoisie, musikalische Vordenker werden aufmerksam, unter ihnen der Komponist Antônio Carlos Jobim. Der hat ein Lied in der Schublade, mit Gilbertos intimer Stimme und dem neuen Zupfmuster würde sich das toll anhören, denkt er. „Chega de Saudade“ verändert Brasilien: Hinweggefegt der schwülstige Muff, der traurige Herzschmerz des alten Samba Canção. Von „peixinhos“ und „beijinhos“ künden nun wortspielerische Verse, „so viele Fischlein schwimmen nicht im Meer wie ich dir Küsschen auf den Mund drücken werde, wenn du zurückkommst.“ Drei LPs nimmt das Erfolgsduo Gilberto/Jobim bis 1961 auf, die rund 40 Stückchen begründen den Kanon der Bossa Nova mit späteren Welthits wie „Corcovado“, „Desafinado“ und „Samba De Uma Nota Só“. Leichtfüßigkeit mit Flöte, ein wenig Percussion, Pianotupfer und dieser unglaublich wendigen Stimme – eine raffinierte Schablone, die auch die USA besitzen wollen. Nach einem Carnegie Hall-Konzert wird Gilberto von der Bühnenkante hinweg verpflichtet. Das aufdringliche Saxofon von Stan Getz drückt seine Gitarrenkunst an die Wand, mit dem Ipanema-Girl und Gilbertos Frau Astrud wird die Bossa Nova amerikanisch und schmollmundig. Und in Deutschland singt Manuela den Twist: „Schuld war nur der Bossa Nova“. Der Geschlechterirrtum hat sich bis heute in der Presse hierzulande hartnäckig gehalten.

Musikalisch schließt man die Akte João Gilberto hier schon allzu oft. Zu Unrecht, denn er nahm weiterhin fabelhafte, immer reduziertere Alben auf, „João Voz e Violão“ etwa zur Jahrtausendwende, mit einem hauchenden, fagottgleichen Timbre. Doch die Medien pflegten lieber den Mythos vom einsamen Exzentriker. Je konsequenter er sich der Öffentlichkeit entzog seit den Siebzigern, zuerst im Ausland, dann in seinem Apartment im Süden Rios, in dem er seit vielen Jahren nachts lebte und tags schlief, desto arabesker sprossen Gerüchte. Er rede mit Katzen, kommuniziere mit der Welt nur über seine hundert Handys und spiele ununterbrochen Gitarre. Der deutsche Autor Marc Fischer hat ein ganzes Buch über die Suche nach dem Musiker veröffentlicht, ohne ihm begegnen zu können. Ob er tatsächlich von seiner eigenen Tochter Bebel entmündigt wurde, ob er zum Ende hin in Armut leben musste – diese Tragik tritt zurück hinter seinen Tönen. Wer nur zwei Minuten Musik von João Gilberto gehört hat – sofern er nicht „krank im Kopf oder fußlahm“ ist, wie es in dem von ihm interpretierten „Samba Da Minha Terra“ heißt –  dessen Leben wurde für immer bereichert. Obrigado, João.

© Stefan Franzen

João Gilberto: „Bim Bom“
Quelle: youtube